Ein Tag im Dienste der Natur: Die 7. Klasse der Mittelschule Stegaurach im Einsatz für den Schulwald
Bereits zum zweiten Mal hieß es für die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Grund- und Mittelschule Altenburgblick Stegaurach: „Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Natur!“ Gemeinsam mit ihrer Fachlehrerin Frau Meyer und dem Förster Herrn Graffe verbrachten sie einen ereignisreichen Tag im schuleigenen Wald. Das Ziel: Den Wald für zukünftige Ausflüge vorzubereiten und dabei alles Wissenswerte über das Ökosystem Wald zu erfahren.
Theorie, die man anfassen kann:
Bevor die Sägen und Werkzeuge zum Einsatz kamen, vermittelte der Förster Herr Graffe den Jugendlichen die theoretischen Grundlagen. Anschaulich erklärte er, was ein Baum eigentlich zum Überleben braucht. Neben Licht sind vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden essenziell. Besonders wichtig für uns Menschen: Die Bäume nehmen CO₂ auf und wandeln es um, wodurch sie unsere Luft reinigen und mit frischem Sauerstoff anreichern.
Ein besonderes Highlight für die Schüler war die Frage nach dem Wachstum. Um dies zu verdeutlichen, kam ein Messer ins Spiel: Steckt man dieses in den Stamm, bleibt es über die Jahre an exakt der gleichen Stelle. Der Grund hierfür ist, dass Bäume primär in die Breite wachsen – eine Eiche beispielsweise etwa 2 bis 3 Millimeter pro Jahr – während das Höhenwachstum ausschließlich an der Spitze stattfindet. Zudem lernten die Schüler die verschiedenen Baumarten im Forst kennen, darunter Eiche, Buche, Kirsche, Linde und Lärche.
Forstwirtschaft verstehen: Warum müssen Bäume gefällt werden?
Ein weiteres wichtiges Thema war die Waldpflege. Herr Graffe erläuterte den Beruf des Försters und erklärte, warum manche Bäume weichen müssen. Manchmal steht ein Baum einem kräftigeren Nachbarn im Weg und nimmt ihm das Licht. In anderen Fällen ist der Eingriff notwendig, um die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen zu verhindern – wie beispielsweise beim Borkenkäfer, der besonders der Fichte zusetzt. In solchen Fällen entscheidet der Förster, welche Bäume gefällt werden, und führt diese Arbeit oft auch selbst aus.
Von der Theorie zur Praxis: Sicherheit geht vor
Nach der Theorie folgte der praktische Teil, auf den viele Schüler schon gespannt gewartet hatten. Herr Graffe demonstrierte die fachgerechte Fällung eines Baumes. Dabei lernten die Schüler die entscheidenden Arbeitsschritte:
1. Die Fallrichtung bestimmen: Wohin soll der Baum sicher stürzen?
2. Der Fallkeil: Das Stück, das als Erstes herausgesägt wird, um die Richtung vorzugeben.
3. Der Fällschnitt: Das Einsägen von der Rückseite.
Besonderes Augenmerk lag auf den Sicherheitsregeln. Die Schüler lernten, wie wichtig der richtige Sicherheitsabstand ist und dass im Wald stets höchste Konzentration gefordert ist. Unter fachkundiger Anleitung durften die Jugendlichen den Förster tatkräftig unterstützen und hautnah miterleben, wie viel Kraft und Präzision dieser Beruf erfordert.
Ein nachhaltiges Klassenzimmer
Während ein Teil der Gruppe mit dem Förster beschäftigt war, widmete sich der andere Teil zusammen mit Frau Meyer der Gestaltung des Schulwaldes. Um den Wald fit für künftige Exkursionen zu machen, bauten die Schüler weitere Sitzbänke aus Holz. Damit wächst das „grüne Klassenzimmer“ stetig weiter und bietet auch anderen Klassen die Möglichkeit, Unterricht unter freiem Himmel zu genießen.
Am Ende des Tages waren sich alle einig: Der Projekttag war ein voller Erfolg. Die Schüler kehrten nicht nur mit viel neuem Wissen nach Hause zurück, sondern auch mit dem stolzen Gefühl, aktiv zur Pflege und Gestaltung ihres eigenen Schulwaldes beigetragen zu haben.
Wir bedanken uns recht herzlich bei der Gemeinde Stegaurach für die bereitgestellten Werkzeuge und speziell den Bauhof-Mitarbeitern für die Zugänglichmachung des Waldes.
Jessica Meyer
Bild zur Meldung: Ein Tag im Dienste der Natur: Die 7. Klasse der Mittelschule Stegaurach im Einsatz für den Schulwald
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